Island – Reisebericht

Ich bin wieder zurück! Hinter Daniel und mir liegt eine Woche Island mit 1800km Fahrtstrecke: Schnee, Eis, Sturm und Sand, schwarze Sandstrände, eisblaue Gletscher, karge Landschaften, Nordlichter, unaussprechliche Ortsnamen und wechselhaftes Wetter. Island ist in jedem Fall eine Reise wert!

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Tag 1

Mit Icelandair sind wir von München nach Keflavik geflogen (das liegt ca. 1h von der Hauptstadt Reykjavik entfernt), haben unseren Mietwagen abgeholt und sind schon am Abend der Ankunft Richtung Westen gefahren nach Grundarfjörður, eine Autofahrt von ca. 3h. Der erste Eindruck von Island war: kalt und stürmisch, der komplette Weg führte uns erstmal durch Reykjavik und danach durch kleinere Orte bis zum ziel. Die Straßen waren vereist, verschneit und es ging ein starker Wind. Man sollte sich in jedem Fall einen Geländewagen mieten!

Untergekommen sind wir im The Old Post Office Guesthouse mit Blick auf den Berg Kirkjufell, in dem wir zwei Nächte die einzigen Gäste waren, im Winter scheint wohl nicht so viel los zu sein :-) Unser Vorteil. Das Guesthaus ist nicht mega modern dafür sehr sauber und da wir die einzigen Gäste waren war auch das Gemeinschaftsbad kein Problem an den Abenden haben wir uns in der Gemeinschaftsküche etwas leckeres gekocht und es uns gemütlich gemacht.

Gleich am ersten Abend haben wir uns im Ort etwas umgesehen und uns ist aufgefallen, dass man in jedes Haus hineinsehen konnte (es gab keine Vorhänge oder Rollläden) und viele Isländer eine Rosenquarzlampe im Fenster stehen hatten, leider konnte ich immernoch nicht herausfinden, warum das so ist, gab aber nach außen hin natürlich einen sehr einladenden und friedlichen Eindruck.

Tag 2

Die Sonne geht im Winter erste gegen 10 Uhr auf und um 17 Uhr wieder unter. Wobei „aufgehen“ eigentlich übertrieben ist, die Sonne steht halb am Himmel und geht dann wieder unter. Daher musste man auch nicht all zu früh aufstehen, das ist schon mal ein Vorteil und die berühmte zum Fotografieren am Besten geeignete „blaue Stunde“ dauert meist etwas länger als sonst.

Am morgen des zweiten Tages sind wir zum Berg Kirkjufell (dem wohl meist fotografierten Berg Islands) gefahren und haben uns umgesehen, alles war nach wie vor verschneit und wir konnten sogar ein paar Islandpferde entdecken (da hatten wir noch nicht geahnt dass es davon anscheinend mehr gibt als Schafe, an jeder Ecke sind sie auf Island zu finden :-)).

Weiter ging es zum westlichen Ende der Halbinsel Snæfellsnes um hier zwei Leuchttürme zu besichtigen. Die Fahrt ging über eine einspurige, von Lavagestein umgebene, verschneite Piste, nix für ängstliche Beifahrer kann ich euch sagen! Und auch hier war es sehr stürmisch, was wiederum für eine tolle Gischt an den Felsen führte.

An der Westspitze der Halbinsel liegt der gleichnamige Berg Snæfellsjökull, der in Jules Verne’s Roman „Eine Reise zum Mittelpunkt der Welt“ den Ausgangspunkt der Reise darstellt.

Auf dem Weg dort hin (nein, nicht zum Mittelpunkt der Welt :-)) haben wir noch die Bucht Skardsvik entdeckt. Dort und auch im Schnee hat ein Polarfuchs seine Spuren hinterlassen, gesehen haben wir allerdings leider keinen.

Tag 3

Nach der zweiten Nacht in Grundarfjörður ging es mit dem Auto weiter Richtung Süden, vorbei am Eyjafjallajökull, in das ca. 350km entfernte Vík, mit Stopps an den Wasserfällen Seljalandsfoss und Skogafoss. Der Skogafoss (Waldwasserfall) ist ein 62m hoher Wasserfall an dem es sich lohnt die 459 Stufen zu nehmen um ihn sich auch von oben anzusehen. Laut einer Sage ist hinter dem Wasserfall ein Goldschatz begraben.

Das Hotel Edda hatte echt tolle Zimmer, sehr modern mit Rainforest-Dusche – ein Traum :-). Falls ihr auch mal dort hin kommt, bucht Zimmer 202, das Eckzimmer mit Panoramafenster, echt schön!

An dem Abend konnte Daniel sogar ein Nordlicht einfangen, leider war es bisher immer sehr bewölkt.

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Tag 4

Viel Zeit zum Ausruhen gab es nicht, gleich am nächsten Morgen sind wir weitergefahren Richtung Höfn, ein Fischerdörfchen in östlicher Richtung, ca. 270 km entfernt von Vík.

Die Fahrt begann durch eine sehr bizarre, moosbedeckte Lava-Landschaft  bis zum ersten Ziel: dem Svartifoss – „schwarzer Wasserfall“. Nach einem ca. 45 minütigen Aufstieg wurden wir mit einer tollen Aussicht auf den von Basaltgestein umgebenen Wasserfall belohnt.

Bei der Weiterfahrt durch den Vatnajökull-Nationalpark konnten wir schon aus der Ferne den größten Gletscher der Welt sehen und haben uns den Gletscher des Berges Svínafellsjökull aus der Nähe angesehen. Wirklich beeindruckend. Der Gletscher hat eine tief-eisblaue Farbe und ein wirklich beeindruckendes Ausmaß, von weitem sieht es gar nicht so riesig aus.

Mein persönliches Highlight der Islandreise jedoch ist aus meiner Sicht die Gletscherlagune von Jökulsárlón. Auf der einen Seite der Brücke die über den Zugang zum Meer führt ist ein gigantischer Gletscher.  Dessen abgebrochenes Eis wird auf der anderen Seite der Brücke durch einen Zugang zum Meer hinaus gespült und dort von den Wellen zurück an den Strand getrieben.

Die Gletscherlagune war übrigens auch Schauplatz diverser Hollywood-Filme. Für einen James-Bond Film wurde sogar der Zugang zum Meer versperrt, damit die Fläche vor dem Gletscher zu einer Eisfläche gefrieren konnte.

Für Island-Besuche auf jeden Fall ein absolutes Muss!

Bei unserer Ankunft in Höfn haben wir uns im Kaffi Hornid ein leckeres Essen gegönnt. Es ist nicht gerade günstig, dafür sehr gemütlich, es waren auch Einheimische da und ich habe zum ersten Mal in meinem Leben Hummer gegessen, genauer gesagt eine Hummer Pasta mit Cognacsauce, wirklich der Hammer, der Hummer!

Unsere Übernachtung in Höfn haben wir im Dyngja Guesthouse verbracht, auch hier waren wir die einzigen Gäste und hatten somit das ganze Haus für uns. Auch hier war es sehr sauber und wir haben es uns Abends bei Keksen und Tee in der Küche mit Blick auf den Hafen gemütlich gemacht. Falls ihr auch mal dort übernachtet, fragt nach dem „blauen Zimmer“, das war wirklich das hübscheste, sehr stilvoll eingerichtet.

Ins Bett sind wir jedoch erst recht spät gekommen da wir den aufreißenden Himmel genutzt haben um ein paar Nordlichter am Himmel sehen zu können, wir haben sogar die seltenen violetten Nordlichter sehen können sowie einen wahnsinnig schönen Sternenhimmel und sogar eine Sternschnuppe, was ich mir gewünscht habe, wird aber nicht verraten :-)

Tag 5

Den Morgen des folgenden Tages haben wir nochmal in der Jökulsárlón-Bucht verbracht um dann wieder zurück nach Vík zu fahren.

Leider hat uns das Wetter gezwungen den Nachmittag und Abend im Hotel zu verbringen. Wie schon erwähnt ist das Wetter in Island extrem wechselhaft und so folgte auf einen noch leicht bewölkten Morgen Regen, Schnee und sogar noch ein Sandsturm, bei dem wir fast von der Straße geweht wurden.

Aber mal ein Tag Pause kann ja nicht schaden :-)

Zu Abend haben wir im Haldorskaffi gegessen. Wir haben uns erst nicht rein getraut weil es komplett leer war, binnen 20 Minuten war der Laden dann allerdings voll und das Essen war sehr lecker!

Tag 6

Nach einem ausgiebigen Frühstück am Morgen machten wir uns auf den Weg in die Hauptstadt Reykjavík die ca. 185km von Vík entfernt liegt.

Auf dem Weg dort hin haben wir die Wahrzeichen von Vík besucht: Reynisdrangar. Drei spitze Felsen, die im Meer stehen. Es sind einer Sage nach drei versteinerte Trolle, die beim Bergen eines Schiffes die Morgensonne vergaßen.

Richtig zu fotografieren war leider wegen des extrem starken Windes nahezu unmöglich, daher haben wir uns bald auf die Weiterreise begeben. Auf einer riesigen Fläche von schwarzem Kies nahe des Meeres am Strand von Sólheimasandur ist ein Flugzeugwrack zu finden. Das Flugzeug der US Navy musste dort in den 70er Jahren notlanden und ist seither ein beliebtes Fotomotiv.

Die ganze Szenerie hat etwas sehr bizarres, man fährt minutenlang einfach nur eine ausgedehnte schwarze Kiesfläche entlang bis man am Horizont das Flugzeug entdeckt das umgeben vom schwarzen Strand mitten im Nirgendwo liegt.

Als es dann zu regnen anfing, habe ich Daniel mit seiner Kamera allein gelassen und es mir mit meinem Kindle, heißem Tee und Oreos im Auto gemütlich gemacht, während ich vom Wind im Auto durchgeschüttelt wurde :-)

Nicht mehr weit weg von Reykjavik befindet sich der beeindruckende Wasserfall Gullfoss (goldener Wasserfall). Er beeindruckt zwar nicht durch seine Höhe, dafür jedoch mit seinen mehrstufigen Kaskaden die sich über Jahrhunderte lang in den Berg gefressen haben.

Ein weiteres Highlight ist ein noch aktiver Geysir, der Strokkur im Heißwassertal Haukadalur.

Hier dampft und blubbert es an jeder Stelle und der Geysir spuckt alle 5-10 Minuten kochend heißes Wasser in die Luft. Ein wirklich beeindruckendes Naturschauspiel das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Angekommen in Reykjavik haben wir zunächst unsere Ferienwohnung bezogen, in der wir  zwei Nächte verbracht haben. Gebucht haben wir bei Planet Apartments. Die Ferienwohnungen befinden sich in einem normalen Wohnblock nahe des alten Hafens und ist sogar mit einem Tiefgaragenplatz ausgestattet.

Die Wohnung war recht groß und voll ausgestattet, sogar mit Waschmaschine und Trockner, welche wir gleich genutzt haben um zu waschen, dann haben wir uns das schon mal gespart wenn wir wieder zu Hause sind :-) Leider war es nicht ganz so sauber wie in den anderen Unterkünften aber es war ok. Die Heizungen und Strom werden kostenfrei gespeist aus Energie die direkt aus der Erde kommt und ich hatte mich schon gewundert dass die ständig und überall die Heizungen an hatten den ganzen Tag. Sowas bräuchten wir in Deutschland auch. 100% des Stroms in Island wird aus der Erde gewonnen.

Das warme Wasser in Reykjavik roch allerdings etwas nach Schwefel (wer nicht weißt wie Schwefel riecht: wie faule Eier :-)) das ist ein wenig gewöhnungsbedürftig.

Wer keine Lust hat in den teuren Hafenrestaurants zu essen, kann am alten Hafen in die Burger Bude Bullan gehen, über die gibt es sogar in der Washington Post einen Artikel. Man stinkt zwar danach als wäre man einmal in eine Fritteuse getaucht worden aber das Essen war extrem lecker!

Tag 7

Unser fast schon letzter Tag in Island *schnief* begann mit einem Spaziergang durch Reykjavik. Entlang am Hafen, vorbei am modernen Bau der Oper, durch die Altstadt zum steil aufragenden Wahrzeichen der Stadt: der Hallgrímskirkja. Vorbei an einem Ententeich ging es dann wieder zurück in unsere Wohnung um die Sachen zu packen für einen Besuch in der Blauen Lagune.

Die Blaue Lagune, ein Thermalfreibad, liegt ca. km von Reykjavik entfernt und bietet müden Urlaubern ein bisschen Erholung :-)

Wie der Name schon sagt ist das Wasser dort ganz eisblau und milchig, dies entsteht durch die Algen und Mineralstoffe im Wasser. Mitten im Becken befindet sich eine art kleiner Geysir, aus dem kochendes Wasser aus dem Erdinneren in das Bad sprudelt, das Wasser ist dadurch angenehm warm und war auch bei eisigem Wind sehr angenehm. Das solltet ihr euch auf jeden Fall mal ansehen. Es gibt auch die Möglichkeit bei Stopovers, wenn man z.B. nach New York fliegt, sich dort hin fahren zu lassen und wieder zum Flughafen zurück, natürlich gut erholt.

Die besondere Zusammensetzung des Wassers ist sehr gut für die Haut und es gibt auch mehrere Stationen an denen man sich eine Kiselerdegesichtsmaske machen kann.

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Tag 8

Morgens um halb 4 klingelte der Wecker da unser Flieger schon um 7:20 Uhr zurück nach München ging. Gott sei Dank war uns das Wetter gnädig und der Flug verlief ohne Turbulenzen.

Angekommen in München musste ich mich erstmal wieder an das sonnige Wetter gewöhnen :-)

Fazit:

Island ist auf jeden Fall eine Reise wert – auch im Winter! Packt euch jedoch gut warm ein, die Temperaturen sind zwar nicht kälter als in Deutschland, der eiskalte Wind ist jedoch nicht zu unterschätzen. Was ich zwar nicht dabei hatte, sicher jedoch empfehlenswert ist, sind Spikes für die Schuhe um auch eisige Flächen sicher überqueren zu können. Unverzichtbar ist auch ein Geländewagen mit Navi. Ihr solltet auf jeden Fall auch keine Höhenangst haben, so manche Straße führt nahe an Klippen oder dem Meer vorbei.

Und, seid ihr auf den Geschmack gekommen? Vielleicht konnte euch mein Reisebericht ein wenig Island näher bringen und ihr besucht auch mal diese vielseitige und spannende Insel!

Falls ihr noch Fragen habt, meldet euch gerne!

Eine Bildergalerie mit etwas professionelleren Bildern als den meinen unserer Reise ist außerdem auf der Fotografie-Seite meines Freundes zu finden: Fotografie.DanielOsterkamp.de, schaut doch mal vorbei!

Viele Grüße,
eure Ruby

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Comments

  1. Antworten

    Wow, ich bin total begeistert, von der schönen Landschaft. Die Fotos sind genial! Auf jeden Fall ist Island eine Reise wert. Steht auch noch auf „Meiner Liste“, in der Kategorie: Da will ich mal hin!
    Schönen Sonntag und liebe Grüße
    Sabrina:)

    • Manuela
    • 9. Februar 2014
    Antworten

    Wow!
    Toller Bericht und tolle Bilder!

    Island steht auch recht weit oben auf meiner „Hin Will“-Liste :-)

  2. Antworten

    Wow, ein toller Bericht und die Bilder erst. Wunderschön!

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